Atelierbesuch

Joachim Becker, Kurator, Berlin

Mit dem Fingernagel sanft über die weiß grundierte Leinwand fahrend blickt er in das scheinbare Nichts. Das feine Korn ist Anfang seines malerischen Alphabets. Bleistifte, Farbkreiden, Ölfarben gleiten über das jungfräuliche Feld, zaghaft nervös, dann vehement kritzelnd, nur dem Widerstand der Leinwand ausgeliefert. Spachtel und Pinsel bewegen sich spielerisch intuitiv ziellos frei der Bildfindung entgegen, additiv und subtrahierend.
Sensible Linien verlieren sich in inneren Tiefen, Volumen grenzen an Leere. Äußerste Zartheit wächst im Farbfluss zu demonstrativer Stärke. Anima – Animus.
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