Heinz Ohff zur Publikation „GONN MOSNY, Atmen und Malen“, das kunstwerk, 1990

Kein Kritiker ist allwissend. Es erstaunt ihn trotzdem, auf eine ausführliche und gut gemachte (sowie teure) Monographie eines Malers zu stoßen, dessen Namen er noch nie gehört hat. Natürlicherweise sollte er die Rezension eines Buches über einen Künstler ablehnen, von dem er kein Werk in Original gesehen haben kann.
Ausnahmen bestätigen freilich die Regel. Gonn Mosny hat diesen seinen Namen erst mit 55 angenommen und ausgestellt scheint er unter ihm noch nie zu haben: jedenfalls gibt der Lebenslauf kein Museum, keine Galerie, keinen Ort einer Ausstellung an. Also dürfte es jedem Menschen der Kunstszene gehen wie mir. Kunsthistoriker, Museumsdirektor oder Kritiker: hier stellt sich jemand, umgekehrt wie üblich, durch ein Prachtbuch vor, statt dass eine umfangreiche Monographie den Schlusspunkt hinter eine malerische Karriere setzt.

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Mark Gisbourne zur Ausstellung „Above the line – Atmen und Malen“, 2013-2014

Mr Gainsborough presents his compliments to The Gentlemen appointed to hang the Pictures at the Royal Academy; and he begs leave to hint to Them, that if The Royal Family, which has been sent for this Exhibition are hung above the line along with full lengths, he never more, whilst he breaths, will send another Picture to the Exhibition—This he swears by God. Thomas Gainsborough (1727-88), Brief an das Hängungskomitee (1783) [1]

Die repräsentativen Absichten hinter dieser Ausstellung sind die der ästhetischen Geste und der historischen Provokation. Erstere wird durch die außergewöhnliche malerische Ausdruckskraft des deutschen Malers Gonn Mosny repräsentiert, und letztere durch den absichtlich provokanten Aufbau durch den Kurator der Ausstellung. Eine Hängung oberhalb der Linie (Above the Line, heute meist als St. Petersburger Hängung bezeichnet), war eine Herangehensweise, Wandarbeiten vom Boden bis zur Decke zur Darstellung zu bringen, die von nationalen Akademien und Salons im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert benutzt wurde.

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Helmut Köhl über „Gruppe aus Gordes“, 2008

Heute, bei der Beschreibung der Entstehungsgeschichte seiner Skulpturengruppe, die Gonn Mosny charmant „meine Jungs“bezeichnet, muss ich zu Beginn die Ausstrahlungskraft erneut bestätigen. Doch kommt für mich da noch etwas Wichtigeres zum Vorschein: „Gonn Mosny’s Arbeiten haben eine überaus starke Anziehungskraft.“

Bei meiner Europareise im Jahr 1998 zu drei der wichtigsten Europäischen Kunstmessen, der Fiac in Paris, der Kunstmesse in Wien und der Art Cologne in Köln lernte ich „Die Jungs“ oder wie wir so schön in Mexiko sagen würden „Gonns Chamacos“ kennen. Es war für mich die wichtigste Begegnung mit einem Kunstwerk, das ich bis heute, also nach 10 Jahren, begleiten darf.

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Norman L. Kleeblatt, Vorwort zur Publikation „Atmen und Malen“, 1989

Von dem Moment an, als Gonn Mosny mir zum ersten Mal seine Arbeiten zeigte, hoffte ich auf den Zeitpunkt, an dem sie einem größeren Kreis zugänglich gemacht werden könnten. Gonn, von Natur aus ruhig und in sich zurückgezogen, scheute sich, sowohl seine Kunst als auch seine Person zur Schau zu stellen. Er hob die sehr persönliche Aussage seiner Leinwände und Zeichnungen hervor, die er als ein Mittel des Selbstausdrucks schuf ohne Absicht, sie auszustellen oder zu veröffentlichen. Seine Oeuvre wurde wie ein sorgsam gehüteter Schatz bewahrt, der nur seiner Familie, die ihm viel bedeutet, und vielleicht wenigen besondres engen Freunden zugänglich war.

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Mark Gisbourne „Atmen und Malen“

Was treibt einen Mann mit 55 Jahren dazu, sein Land zu verlassen, seinen Vornamen zu wechseln, um an einen einsam gelegenen Platz in den Süden Frankreichs zu ziehen? Ist das Flucht vor den Anforderungen des Lebens? Ein Entweichen vor Verantwortlichkeiten? Muss er sich vor einem Geheimnis verbergen? Nichts von alledem, es ist der Drang nach Neuem. Gonn Mosny wollte malen, und um das möglich zu machen, war ein gewisses Maß an emotionalem Verzicht nötig, ein Bruch mit dem Vertrauten, dem Gewohnten. Er hatte sich immer gewünscht, nichts anderes zu tun, als zu malen. Das wiederum erforderte die notwendigen materiellen Voraussetzungen.

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